"Timgad" von Fabrice Benchaouche

Eigenwilliger Spielfilm zur Einstimmung auf die Fußball-WM

Am 03.05.2018 startet EZEF den Film „Timgad“ des algerisch-französischen Regisseurs Fabrice Benchaouche im Kino. Der Film beginnt wie ein Märchen, wenn in einer Nacht in dem Dorf Timgad – berühmt durch seine römischen Ruinen – zwölf Kinder zur Welt kommen. Die elf Jungen werden zehn Jahre später unter ihrem umtriebigen Lehrer eine Fußballmannschaft bilden, aber auch das einzige Mädchen, das in dieser denkwürdigen Nacht geboren wurde, wird eine außergewöhnliche Rolle spielen. Spannend wird es, als sich die Möglichkeit bietet, an den Fußballjugendmeisterschaften in Marseille teilzunehmen. Lehrer Mokhtar gelingt es, den geizigen Lebensmittelhändler als Sponsor zu gewinnen und Jamel, ein Franzose mit algerischen Wurzeln, der gerade als Archäologe seine Arbeit in der Ruinenstadt aufgenommen hat, wird zum freiwilligen Coach ernannt. Doch es fehlt an allem, um einen Sieg auch nur in Erwägung zu ziehen, zudem muss die Fußballmannschaft des Nachbarorts besiegt werden, die in dem Textilfabrikanten Archour auf reichlich Unterstützung bauen kann.

Das Märchenhafte spiegelt aber auch eine andere Seite der Geschichte, die Fabrice Benchaouche zwischen den Bildern erzählt: Der islamistische Terror der 1990er Jahre, dem fast alle Väter der kleinen Fußballer zum Opfer fielen und zur Entvölkerung der Dörfer führte. Doch dann eröffnet der Film wieder einen verschmitzten Ausblick in die Zukunft. Denn die Rolle, die dem Mädchen Naïma in der heimischen Fußballmannschaft zukommt – sie könnten die Frauen für ganz Algerien einnehmen.