Arbeitshilfe

Ersatzteile

(Partes usadas)

Ein Film von Aarón Fernández
Mexiko, Frankreich, Spanien 2007, 91 Min., Spielfilm, OmU

 

Kurzinhalt

Iván ist vierzehn und lebt bei seinem Onkel Jaime, der wie viele Mexikaner davon träumt, in die Vereinigten Staaten zu emigrieren. Er verspricht Iván mitzunehmen. Sein Geld verdient Jaime durch den Diebstahl von Autoteilen „auf Bestellung“. Anfangs wird Iván dabei nur gelegentlich für die „Auslieferung“ eingespannt, doch als sich herausstellt, dass sie mehr Geld für Schleuser brauchen werden, die sie illegal in die USA bringen sollen, wird Iván richtig in das Geschäft eingeweiht. Dabei hilft ihm bald auch sein bester Freund Efraín. Doch als Iván bemerkt, dass sein Onkel seine Pläne geändert hat, kommt es zum Konflikt…

Inhalt

Kapitel 1 – Langsam schiebt sich ein BMW der Oberklasse durch die Waschstraße. Erst später sind zwei Jugendliche auf den Vordersitzen zu erkennen: Der 14-jährige Iván und sein gleichaltriger Freund Efraín aus Mexiko haben nach dem Schulabschluss keinen Ausbildungsplatz gefunden. Mit Putzarbeiten in der Waschstraße verdienen sie sich etwas Geld. Iván wohnt bei seinem Onkel Jaime, der mit neuen und gebrauchten Autoersatzteilen handelt, deren Herkunft oft im Dunkeln liegt. Was mit Iváns Eltern los ist, erzählt der Film nicht. Aber zumindest kümmert sich der Onkel um seinen Neffen, der ihm wiederum eine nützliche Hilfe bei den Ersatzteillieferungen ist. Jaime und Iván haben einen großen Traum: Sie wollen so bald wie möglich illegal über die Grenze in die Vereinigten Staaten gehen, um dort viel Geld zu verdienen. In Mexiko scheint ihnen das trotz harter Arbeit nicht möglich. Für ihren Traum haben die Beiden schon fast 35.000 Pesos angespart. In sechs Wochen, so hoffen sie, haben sie das Geld für den Schleuser beisammen. Dafür muss Iván auf vieles verzichten und Freizeit hat er erst, wenn alles erledigt ist.

Kapitel 2 – Iván hängt mit seinem Freund noch einem anderen Traum nach, einem eigenen Motorroller. Doch mit 500 Pesos in der Tasche können sie sich nicht einmal einen gestohlenen für 4000 Pesos leisten. So verbringen sie ihre Freizeit in einem Billardsalon und hoffen vergeblich darauf, wenigstens einen „Treffer“ bei zwei jungen Frauen zu landen. Dafür darf Iván zum ersten Mal dabei sein, als sein Onkel mitten in der Nacht von dem Schieber El Güero ein gestohlenes Auto kauft, das anschließend sofort in seine Einzelteile zerlegt werden muss. Der Schieber verlangt für das Fahrzeug 7000 Pesos, das sind 2000 Pesos mehr als vereinbart. Bei diesem Wucherpreis wird Jaime nichts mehr verdienen.

Kapitel 3 – Auch der Schleuser, mit dem sich Jaime am nächsten Tag trifft, hat seinen Preis erhöht, sogar um 50 Prozent. Er macht zusätzlich Druck, dass auf unbestimmte Zeit hinaus die nächste Abfahrt schon in drei Wochen sei und es nur wenige freie Plätze gebe. Vorsorglich reserviert Jaime zwei, „vielleicht auch nur einen“. Er gerät damit in Zugzwang und Zahlungsnot. Ein Kollege, der ihm schon den LKW für die Arbeit geliehen hat, kann ihm nicht helfen, gibt ihm aber einen Tipp. Um schnell an Geld zu kommen, soll Jaime auf Bestellung bestimmte Ersatzteile aus parkenden Autos stehlen. Ohne Iváns Hilfe wird ihm das nicht gelingen. So erteilt er seinem Neffen auf einem Schrottplatz einen Schnellkurs im Umgang mit Autoalarmanlagen. Schließlich muss sich der Junge nackt ausziehen. Seine in mehreren Altautos versteckte Bekleidung bekommt er nur dann wieder, wenn er die Autos knacken kann. Für Iván markiert diese Herausforderung zugleich das Ende seiner Kindheit.

Kapitel 4 – Iván lernt schnell. Gleich am nächsten Tag besucht er seinen Freund Efraín, um ihn zur Mitarbeit an den Diebestouren zu bewegen. Efraín wohnt zusammen mit seinem kleinen Bruder Paco bei seiner Mutter Maru, der Vater existiert offenbar nicht. Umso mehr ist Maru darum besorgt, dass ihr Sohn anständig und solide bleibt und einen Ausbildungsplatz findet. Allein verdient sie kaum genug Geld zum Überleben der Familie. Vermutlich, um seiner Mutter nicht weh zu tun, lehnt Efraín das Angebot seines Freundes ab und wird dafür von Iván übel beschimpft. Unterdessen erfährt Jaime, dass seine Freundin Lupita entgegen erster Absprachen in die USA mitkommen will. Jaime passt das überhaupt nicht, aber er schwenkt um, als Lupita ihm von ihren Ersparnissen in Höhe von 20.000 Pesos erzählt. Efraín wiederum wird in der Autowaschanlage beim Stehlen einer wertvollen Armbanduhr beinahe erwischt. Mit der Uhr in der Hand erklärt er Iván seine Bereitschaft, nun doch mitzumachen. Bei ihrer ersten nächtlichen Diebestour entkommen sie nur knapp der Polizei.

Kapitel 5 – Efraíns Mutter findet die gestohlene Armbanduhr und stellt ihren Sohn zur Rede. Dieser entschuldigt sich. El Güero versucht vergeblich, Iván abzuwerben, damit er für ihn arbeitet. Jaime und Lupita erklären Iván, es sei das Beste für alle, wenn sie beide zuerst in die Staaten gehen und Iván erst einige Monate später nachkomme. Iván fühlt sich tief verletzt, rennt weg und äußert gegenüber seinem Freund, er schulde seinem Onkel nichts. Stattdessen könnten die Freunde gut ins Geschäft kommen. Ihre kurze Euphorie setzt sich fort, nachdem sie am nächsten Tag einen Pizza-Roller entwenden. Sie streiten darüber, wer die Maschine zuerst fahren darf. Bei ihren Geschäften mit einem Hehler werden sie von El Güero argwöhnisch beobachtet.

Kapitel 6 – Im Billardsalon interessieren sich zwei junge Prostituierte für die Freunde. Es kommt zu einer Auseinandersetzung mit ihrem Zuhälter. Efraíns Mutter, die auch für Iván mütterliche Gefühle hegt, versorgt die Verletzungen, die Iván bei dem Streit davongetragen hat. Maru verteidigt ihm gegenüber den Onkel, der vielleicht nicht mit böser Absicht gehandelt hat. Für Iván dagegen ist die Sache klar, Jaime ist für ihn gestorben. Dieser begleicht mit Lupita beim Schleuser gerade die Anzahlung für die Reise. Iván bietet El Güero schließlich doch seine Dienste an. Dieser drückt ihm eine Pistole in die Hand und führt ihm brutal vor Augen, dass man beim Diebstahl von Autos „mit Freundlichkeit nicht weit kommt“. Nur wenn es Iván gelingt, bis zum Abend ein Auto zu stehlen, darf er für El Güero arbeiten. Daher bittet er Efraín um Hilfe. Sein Freund soll im Parkhaus Schmiere stehen und will dafür die Pistole haben. Er wird entdeckt und rennt auf der Flucht direkt vor ein Auto.

Kapitel 7 – Im Krankenhaus gesteht Iván der Mutter seines Freundes, dass beide ein Auto stehlen wollten, um Arbeit zu bekommen. Efraín hat starke Blutungen und muss dringend operiert werden. Da Maru das Geld dafür nicht aufbringen kann, geht Iván zu seinem Onkel, sperrt ihn ein und klaut das gemeinsam für die Reise gesparte Geld. Im Krankenhaus erfährt Iván, dass sein Freund nicht überlebt hat. Zusammen mit anderen Menschen steigt Iván in den Laderaum eines LKWs, der sie illegal über die Grenze bringen soll. Die weite Landschaft verheißt Freiheit, doch über der Frontscheibe des LKWs ist auf einem Schild zu lesen: „Die große Illusion“.

Würdigung und Kritik

Für sein Spielfilmdebüt hat der mexikanische Regisseur Aarón Fernández eine Coming-of-Age-Geschichte mit einer unspektakulären Erzählweise gewählt, die aufgrund ihrer dokumentarischen Stilelemente erst auf den zweiten Blick ihre sehr präzise und konsequente fiktionale Erzählstruktur offenbart. Wenn die Kamera zu Beginn von der gegenüberliegenden Straßenseite Iván in den Fokus nimmt, dabei Unschärfen in Kauf nimmt und vorbeifahrende Autos den direkten Blick auf ihn mehrfach unterbrechen, stellt sich tatsächlich zunächst der Eindruck ein, hier einen dokumentarischen Blick auf das Leben in einer mexikanischen Großstadt zu erhalten. Dieser Eindruck verstärkt sich durch die häufige Verwendung einer beweglichen Handkamera, die unmittelbar im Geschehen und an den Figuren dran ist. Beispielsweise unterstreicht sie die innere Unruhe von Iván und Jaime, ihre Hektik beim Ab- und Umladen des Diebesguts, die in einer späteren Szene durch schnelle Schnitte beim Abmontieren der gestohlenen Autoteile noch eine weitere Steigerung erfährt. Alles das sind rein inszenatorische Stilmittel, die wie die Schwenks und Kamerafahrten, die mehrfach wiederholten und variierten Bildmotive und die genaue Cadrage der Bildeinstellungen den fiktionalen Charakter des Films erkennen lassen.

Zahlreiche Ausstattungsdetails und Metaphern erleichtern es dem Zuschauer, wichtige Informationen über die Hauptfiguren zu erhalten und die selbstverständlich subjektive Sichtweise des Regisseurs präziser zu erahnen. Als Iván beispielsweise zum ersten Mal in den geliehenen LKW seines Onkels steigt, fallen sofort mehrere Marienmotive und ein Christuskreuz auf, die auf das streng katholisch geprägte Land verweisen und bei Bedarf zusätzliche Interpretationsansätze in der moralischen Bewertung der Figuren liefern. Deutlicher noch fallen die Verweise auf den gemeinsamen Traum von Iván und seinem Onkel aus, die beiden Miniaturfahnen der amerikanischen Flagge. Kurze Zeit später, wenn Iván sich voller Zuversicht vor einem zerbrochenen Spiegel herausputzt und in Positur wirft, nimmt dieses Bildmotiv zugleich sein angeknackstes Selbstbewusstsein und seine zerbrechenden Träume vorweg. Wieder einige Szenen später werden Iván und sein Freund Efraín mit einem gestohlenen Pizza-Roller durch die Straßen fahren. Indem die Kamera sie dabei in einer mehrfach von links nach rechts, dann wieder von rechts nach links wechselnden Fahrtrichtung erfasst, wird zugleich ihre Orientierungslosigkeit unterstrichen. Und wenn am Ende Iván zusammen mit vielen unbekannten Menschen in einen LKW steigt, der sie illegal über die Grenze bringen soll, ist über der Frontscheibe in Spanisch überdeutlich die Inschrift „Die große Illusion“ zu erkennen. Das ist ein unübersehbarer Hinweis des Regisseurs, was diese Menschen seiner Ansicht nach in den USA erwartet, wenn sie es überhaupt schaffen, über die Grenze zu kommen.

Die leicht gedrückte Grundstimmung des Films, in der alle Figuren wie gefangen scheinen und die nur manchmal durch kurze euphorische Momente unterbrochen ist, wird insbesondere durch die Farbgestaltung vermittelt. Nur selten, etwa in der Illusionswelt des Billardsaloons, herrschen intensive Neonfarben vor. Der große Rest der Szenen wirkt leicht gelblichbraun, staubig, schmutzig, von einem leichten Dunstschleier überzogen, der sogar noch das Schlussbild mit der freien Landschaft einschließt.

Sorgfältig abgestimmt wirkt auch der Originalton, der dank der nicht synchronisierten Originalfassung mit Untertiteln auch erhalten geblieben ist. Die Sprache wirkt vollkommen authentisch, es ist allerdings die rüde Sprache der Straße. Auch an einigen sexuellen Anspielungen, etwa in einem Witz von Efraím, fehlt es nicht. Einen besonderen Hinweis verdient die Szene, in der Efraím vor ein Auto läuft. Da dies nur im Ton zu hören ist, hält sich der Schockeffekt in Grenzen, was die gewünschte Fähigkeit zum Nachdenken bei diesem Film nicht allzu stark einschränkt.

Zum Ton gehört die Musik, für die Naçáo Zumbi verantwortlich zeichnet. Sie wird sehr sparsam, aber umso konsequenter eingesetzt, insgesamt sind es sechs längere Passagen, wobei in einer Szene (im Billardsaloon) der Musikstil von der Offscore-Klassik in die Realmusik der Technoszene wechselt. Überraschend ist die Bandbreite der wenigen Musikstücke, die von Beethovens rasch von Dur nach Moll wechselndem Opus 18 („Die Leidenschaftliche“ – Adagio Affetuoso Ed Appassionato) über Technomusik bis zu mexikanischen Rhythmen reicht. Sieht man sich die Musiktitel genauer an, die im Film allerdings nur „rein gefühlsmäßig“ erfasst werden können, wird der Gestaltungswille des Regisseurs noch deutlicher. Sie lauten „Unvollständig“ (Incompletos), „Pfad“ (Sendero) und „Vorbereitung auf die Apokalypse“ (Prepapando el Apocalipsis).

Didaktische Überlegungen

Der Film PARTES USADAS eignet sich aufgrund seiner thematischen Stringenz zu wichtigen Aspekten des gegenwärtigen Lebensalltags in Mexiko, seiner besonderen ästhetischen Form sowie den unmittelbaren Identifikationsmöglichkeiten mit den jugendlichen Hauptfiguren oder im direkten Vergleich mit ihren besonderen Lebensumständen wegen, sehr gut für den Einsatz im Unterricht und allgemein für die Bildungsarbeit zur globalen Entwicklung (hierzu mehr in der Arbeitshilfe auf der DVD-ROM-Ebene, wo sich auch Arbeitsblätter für die Arbeit mit dem Film in der Schule finden).

Impuls-Fragen zum Gespräch über den Film:

  • Welche Szene des Films hat den größten (positiven oder auch negativen) Eindruck hinterlassen? Warum?
  • Wie ist Iván einzuschätzen? Ist er nur „Opfer“ seiner eigenen Biografie? Und wie ist das bei Efraín?
  • Wer von beiden wirkt sympathischer?
  • Ist Iváns Onkel Jaime nur ein „Scheißkerl“, wie es Iván im Film ausdrückt, oder hat er auch seine positiven Seiten?
  • Wird Iván von seinem Onkel nur ausgebeutet, als dieser ihn zu kriminellen Handlungen anleitet, oder ist das aus Iváns Perspektive auch für ihn selbst von einem (nicht nur materiell zu fassenden) Nutzen?
  • Es gibt verschiedene Formen von Gewalt. Inwiefern unterscheidet sich die angedeutete Gewalt innerhalb der Familie von der Gewalt auf der Straße?
  • Die Spirale der Gewalt gewinnt eine andere Dimension, als Iván von El Güero eine Pistole bekommt. Welche Gefühle und Assoziationen hat diese Szene hervorgerufen? Deutet sie bereits auf den Ausgang der Geschichte hin?
  • Hätte Iván zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch eine Chance, sich anders zu verhalten, also nicht für El Güero zu arbeiten?
  • Maru lässt zumindest in ihrem Erziehungsstil, im Umgang mit ihren Kindern und in ihrer Moral eine Alternative zu Jaime erkennen. Zeigt der Film sie ganz ohne Fehler und Schwächen?
  • Woran könnte es liegen, dass die Freundschaft zwischen Iván und Efraín so ambivalent verläuft, also von zwiespältigen Gefühlen geprägt ist?
  • Was für Auswirkungen hat es auf das Leben der Menschen, wenn alle Gefühle und Beziehungen von persönlichen Vorteilen bestimmt und korrumpiert sind?
  • Zur Charakterisierung der Personen tragen auch die rüde Sprache der „Straße“ und die sexuellen Anspielungen bei. Ist dieses Stilmittel des Films berechtigt und notwendig oder eher störend und überflüssig?
  • Gelingt es dem Film, Verständnis für die Hauptfiguren und ihre Situation zu wecken, oder bestätigt er letztlich nur gängige Vorurteile und Klischees über die Kriminalität in diesem Land?
  • Wie sieht der Regisseur dem Film zufolge die Situation in seinem Land? Was ist das vorherrschende Problem dort?
  • Warum wird die Grenze zwischen Mexiko und den USA nie im Bild gezeigt?
  • Welche Handlungselemente und Konflikte des Films sind typisch für einen Coming-of-Age-Film, der die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens zeigt, und welche sind eher länderspezifisch?
  • Was ist an der Bildgestaltung und am Ton und der Musik besonders aufgefallen oder in Erinnerung geblieben?
  • Ausgerechnet ein deutsches Fabrikat (der rote VW), das Iván und Efraín im Parkhaus zu stehlen versuchen, wird ihnen zum Verhängnis. Ist das nur reiner Zufall oder gibt es dafür mögliche Erklärungen oder gar Absichten des Regisseurs?
  • Wie würdest du reagieren, wenn das dein eigenes Auto wäre und du Iván und Efraín noch nie zuvor gesehen hättest?
  • Der Handel mit Autoersatzteilen ist in Mexiko offenbar weit verbreitet. Was sind mögliche Gründe dafür? Wer hat den eigentlichen Schaden und wer verdient daran, wenn es Jaime und sein Neffe jedenfalls nicht sind?
  • Warum heißt der Titel des Films „Ersatzteile“?

Aarón Fernández – Bio- und Filmographie

Aarón Fernández Lesur wurde 1973 in Chihuahua, Mexiko, geboren. Er studierte 1991-1996 Film an der Sorbonne in Paris, wo er sich auf Drehbuch und Regie konzentrierte. Er ist Mitbegründer der mexikanischen Produktionsfirma Cinta Negra. Nach mehreren Kurz-, Dokumentar- und Werbefilmen ist „Partes usadas“ sein erster Spielfilm.

1995 Le partage des eaux
1997, Argent liquide
2000 Circuito interior
2005 Corrido callerjero
2007 Partes usadas

Aarón Fernández über „Ersatzteile“

Der Impuls, diesen Film zu drehen, entsprang dem Wunsch, das Leben von zwei jugendlichen Freunden zu portraitieren, denen es trotz allem Auf und Ab in der alltäglichen Routine des Lebens in Mexico City gelingt, ihre Vitalität und Lebensfreude angesichts einer Welt voller Hoffnungslosigkeit, Korruption und Gewalt zu behaupten. Ich wollte die Anmaßung und die Frische dieser beiden Jungs portraitieren, und ich wollte einen agilen und überbordenden Film. Denn wenn man jung ist, ist alles möglich, die Welt erscheint uns klein und das Träumen immer noch möglich.

Ich hofffe, dass man mit diesem Film einen Teil der städtischen Realität Mexicos sieht und kennenlernt, seine Widersprüche und soziale Ungleichheiten, aber auch seinen großen visuellen Reichtum, die Sprache der Straße und die Vitalität der jungen Leute, die immer bereit sind, neue Welten zu erfinden und die den Blick niemals senken vor der Welt.

Pressestimmen

In gewisser Weise taucht Fernández in eine andere Tradition ein, die des italienischen Neorealismus, für den die Unterwelt der gestohlenen Autoersatzteile zu verführerisch erscheint (…). Schnitt, Ton und Fotografie dieses Films sind Weltklasse – inklusive einiger brillianter Überraschungen; so ist der Einsatz eines Beethoven-Quartett ein wichtiges musikalisches Motiv und der Film widersteht allen Versuchungen für Tricks oder Effekte.Variety

Auszeichnungen für den Spielfilm „Partes usadas“

„Partes usadas“ wurde bei den Internationalen Filmfestivals in Guadalajara, Mexiko und La Habana, Kuba jeweils als bester Erstlingsfilm, und in Montreal als bester lateinamerikanischer Film ausgezeichnet

2008 wurde „Partes usadas“ als offizieller Beitrag Mexikos für den Golden Globe nominiert.

Filmhinweise

  • Mit deiner Mutter auch (Y tu mamá también), Alfonso Cuarón, Mexiko 2001, Spielfilm, 102 Min., OmU, Bezug DVD: Fox Home Entertainment
  • La Yuma, Florence Jaugey; Nicaragua 2009, Spielfilm, 90 Min., OmU
    Katalog EZEF
  • Maroa,  Solveig Hoogesteijn, Venezuela, Spanien 2005, Spielfilm, 102 Min., OmU
    Katalog EZEF
  • Angriff auf den Traum (Asalto al sueño), Uli Stelzner, Deutschland, Guatemala 2006, Dokumentarfilm, 84 Min. Bezug DVD: www.iskacine.com

Literatur und Links

  • http://www.e-media.ch/dyn/bin/2444-5620-1-partes_usadas_all.pdf
    Schweizer Arbeitshilfe des Internationalen Filmfestivals Fribourg 2008
  • Johannes Obergfell: Mexiko und die Migration: Vom Paradoxon des gewünschten Problems und dem roten Tuch der Politik, Verlag epubli 2011
  • Margit Pollheimer: Aufwachsen an der Grenze zweier Welten. Jugendliche aus Tijuana in Mexiko, Verlag Brandes & Apsel, Frankfurt 2004
  • www.bpb.de/themen/DHH08Y,0,0,Mexiko.html
    Dossiers und Berichte der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb zu Mexiko
  • www.bpb.de/files/BOV0TQ.pdf
    PDF-Version des Länderprofils Mexiko Nr. 14 (August 2008), herausgegeben von der bpb
  • http://www.cinelangues.com/wp-content/uploads/DossierPartesusadasPDF.pdf
    Partes usadas (Pièces détachées), Dossier d’accompagnement pédagogique (Unterrichtsmaterial Französisch und Spanisch von Odile Montaufray, Paris 2008

Autor: Holger Twele