Arbeitshilfe

Fools

Film: 

Ein Film von Ramadan Suleman
Südafrika, Frankreich, Deutschland 1997, 90 Min., Spielfilm, OmU
(UT: deutsch, französisch u. englisch)

Inhalt

Der Film spielt in Charteston, einem Township im Osten von Johannesburg, Ende des Jahres 1989. Der Lehrer Zamani hat Mimi – eine seiner Schülerinnen – vergewaltigt. Die Gemeinde verschließt die Augen vor dieser Gewalttat. Zamani erhält von dem Ältestenrat der Gemeinde zwar einen Besuch, die ihn aber lediglich auffordern wieder an seine Arbeit zu gehen und ihn nicht für seine Tat zurechtweisen. Früher hat Zamani gegen das Apartheidregime rebelliert. Heute bereitet Zamani, wenn auch widerwillig, das Fest zum Nationalfeiertag – dem Jahrestag zur Erinnerung an den Sieg der Buren über die Zulus – vor. Im Auftrag des Schuldirektors soll er Eintrittskarten für das Fest verkaufen. Als Geschichtslehrer unterrichtet er seine schwarzen Schüler in Afrikaans und bringt ihnen bei, warum sie sich über den Sieg der Buren über die Zulus eigentlich freuen sollten. Zamani ist mit Nosipho, einer Pfarrerstochter, verheirate. Die Ehe der beiden ist zerrüttet. Zamani behandelt sie grob und andererseits will er immer wieder ihre Bestätigung. Nosipho hat sich innerlich von ihrem Mann abgewandt.

Zani, der Bruder der vergewaltigten Mimi, kehrt aus Swasiland zurück, wo er gerade sein Studium beendet hat. Zani ist voller Illusionen und wild entschlossen, das System zu verändern.  Zani muss aber erkennen, dass er mit politischer Militanz die Gemeinde nicht erreichen kann, da deren Bürger in den vergangen Jahren, in denen er in Swasiland studiert hatte, ihre eigenen unterschiedlichen Formen des Umgangs mit dem System gefunden haben. Er stößt mit seinen Aktionen deshalb immer wieder auf Desinteresse.

Zani und Zamani treffen im Film erstmals in einer Bahnhofswartehalle aufeinander. Zani ist gerade aus Swasiland zurückgekommen und Zamani  hat nach einer Nacht der Ausschweifungen in Johannesburg nicht mehr nach Hause gefunden und schläft seinen Rausch aus. Während der Zugfahrt nach Charteston konfrontiert Zani Zamani mit der Vergewaltigung seiner Schwester und zeigt ihm seine ganze Verachtung. Als Zani später von einer Gang überfallen wird, hilft Zamani ihm und bringt ihn nach Hause. Nach diesen Geschehnissen ist es Zani der Zamani darum bittet, in seiner Klasse die Schüler zum Widerstand gegen den Dingaans Day aufzurufen, was dieser auch zulässt. Am Schluss des Filmes ist es Zamani, der Zani zur Hilfe kommt, als dieser von einem Buren angegriffen wird.

Zamani erlangt im Film nach und nach wieder ein Stück seiner Würde zurück und ist letztendlich derjenige, der den Buren die Stirn bietet, indem er lacht, während er von einem weißen Buren mit der Peitsche geschlagen wird. Zani lernt, dass er mit seinem politischen Aktionismus nicht viel erreichen kann. Anhand der Beziehung zwischen diesen zwei Männern aus verschiedenen  Generationen zeigt Suleman die tiefgreifenden seelischen Auswirkungen der Apartheid auf alle Bewohner Südafrikas auf.

Kritische Würdigung

Der Film "Fools" ist ab 14 Jahren geeignet. Gut einsetzbar ist "Fools" für die Schulfächer Gemeinschaftskunde, Geschichte, Politik, Religion und Ethik, besonders aber für fächerübergreifende Projektarbeiten. Empfehlenswert ist "Fools" auch für die außerschulische Jugendarbeit und Erwachsenenbildung. Bendenken sollte man beim Einsatz des Films, dass er aus der Perspektive eines europäischen Betrachters, nur verständlich ist, wenn dieser über ein grundlegendes Verständnis über das politische System Südafrikas zu Zeiten der Apartheid verfügt. Deshalb empfehlen wir den BetrachterInnen vorweg einige grundlegende Informationen zu vermitteln.

Im Film werden die Rollen der Frauen und Männer klar positioniert. Dieses Stilmittel bedarf jedoch der anschließenden Reflexion, da beim Betrachter ansonsten die Gefahr besteht, die gesellschaftliche Situation der Schwarzen in Südafrika in klischeehafte Kategorien einzuordnen.

"Fools" ist der erste Spielfilm eines schwarzen südafrikanischen Regisseurs überhaupt. Deutlich betont werden muss hier, dass Ramadan Suleman seinen Fokus ganz auf die Situation der Schwarzen in Südafrika setzt. "Fools" analysiert – sehr gelungen – die gesellschaftlichen Auswirkungen des politischen Systems auf die schwarze Bevölkerung im Township. Soll der Schwerpunkt des Unterrichts deutlicher auf der Segregation von Schwarzen und Weißen zur Zeit der Apartheid liegen, ist der Film weniger geeignet. „Fools“ ist der erste lange Spielfilm vom Ramadan Suleman und im Vergleich zu seinem späteren Film "Zulu Love Letters" emotional weniger ansprechend. Mit seinem zweiten Film ist es Suleman dafür umso besser gelungen, die Rezipienten durch den Einsatz verschiedender filmischer Techniken emotional zu berühren und sich so mit den Figuren zu identifizieren.

Zeittafel

  • 1910 Die Politik der konsequenten Rassentrennung wurde nach Gründung der Südafrikanischen Union durch ein Bündel von Gesetzen eingeleitet, die vor allem die Rechte der schwarzen Bevölkerungsmehrheit beschnitten.
  • 1912 Gründung des South African Native National Congress im Jahre 1923 umbe-nannt in African National Congress (ANC)
  • 1948 Wahlsieg der Nationalen Partei unter D. F. Malan - Beginn der Apartheid Poli-tik
  • 1952 Missachtungskampagne, vom ANC organisierte Kampagne bei der im ganzen Land Schwarze die Apartheidgesetze missachteten.
  • 1960 Sharpeville-Massaker: blutige Auseinandersetzung zwischen der südafrikani-schen Regierung und den Gegnern der Apartheid in den Townships, anschließendes Verbot von ANC sowie weiteren Organisationen.
  • 1962 Nelson Mandela wird verhaftet und zu lebenslanger Haft verurteilt.
  • 1989 Frederik Willem de Klerk wird Präsident und erklärt die Apartheidpolitik für gescheitert.
  • 1990 Nelson Mandela wird nach 27 Jahren Haft frei gelassen.
  • 1994 Erste freie Wahlen in Südafrika: der ANC geht mit 62% der Stimmen als Sie-ger hervor. Nelson Mandela wird erster schwarzer Präsident.
  • 1996-1998 Die Wahrheits- und Versöhnungskommission bemüht sich um die Aufde-ckung von Apartheidverbrechen.

Die Protagonisten des Films

Zamani ist als früher Freiheitskämpfer, Lehrer und Ehemann einer Pfarrerstochter, ein respektiertes Mitglied der Gemeinde. In den Jahren der Apartheid hat er jedoch seine Hoffnung auf Veränderung aufgegeben und ist zum Unterstützer des Systems geworden. Die Vergewaltigung von Mimi, einer Schülerin, wird zum Ausdruck seiner Verrohung.

Zani, Mimis Bruder, kehrt aus Swaziland zurück, wo er sein Studium beendet hat. Zurück in Südafrika muss er sich wieder in das Leben im Township einfinden. Diese Reintegration versucht er durch politischen Aktionismus zu erreichen. Weil Zanis Realitätswahrnehmung durch die lange Abwesenheit aber anders geprägt ist, wird sein politischer Aktionismus zwar erkannt, bleibt aber uneffizient.

Mimi wurde von Zamani, ihrem Lehrer, vergewaltigt. Im Film wird eine eventuelle Schwangerschaft sowie eine mögliche Abtreibung angedeutet.

Busi, Mimis und Zanis Schwester, ist vom Leben im Township frustriert und drückt dies in ihrer Auflehnung gegenüber allen (Mutter, Nosipho, Zamani, Ältestenrat) aus.

Nosipho ist die Frau von Zamani und Pfarrerstochter. Der Film lässt vermuten, dass sie Krankenschwester ist. Nosipho ist im Film Symbol für die Menschlichkeit durch ihren Widerstand gegen ihren Mann.

Ma’Buthelezi ist die Mutter von Mimi. Ihre Weigerung, Zamani Aggressionen entgegenzubringen, symbolisiert ihren Widerstand gegen ein System der Gewalt.

Forgive Me lebt als Obdachloser außerhalb des Systems. Er verkörpert die Position des Narren, den man für verrückt hält, der aber als einziger die Freiheit hat, die Wahrheit zu sagen. Forgive me repräsentiert christlich-moralische Werte.

Außer Einzelpersonen ist auch der Blick auf Personengruppen aufschlussreich:

Der Ältestenrat verkörpert eine traditionelle Instanz, die im aktuellen System wenig Wirkung hat.

Der Männergruppe stellt eher ein Abbild von Leere dar. Die Gruppe dient den einzelnen Mitgliedern dazu, sich gegenseitig in ihrer Männlichkeit und Macht zu bestärken.

Die Frauengruppe stärkt sich gegenseitig und bildet ein soziales Netzwerk. Sie steht für Zukunft, Tradition und Moral.

Die Gang ist eine Gruppe von jungen Männern, die durch kriminelle Machenschaften zu einer gemeinsamen Identität findet.

Täter und Opfer

Der Film dreht sich nicht um den klassischen Konflikt zwischen Schwarzen und Weißen in Südafrika, sondern richtet sein Augenmerk vielmehr auf das tägliche Leben der Schwarzen im Apartheidsystem. Suleman analysiert, wie dieses System den Menschen ihre Menschlichkeit nimmt und zeigt damit die tiefgreifenden Auswirkungen des Systems. Die gesellschaftliche Thematik, die im Film beschrieben wird, veranschaulicht wie sehr die Rolle des Opfers mit der des Täters verwoben ist. So gibt es keine klaren Grenzen zwischen Gut und Böse gibt. Zamani kommt so die Rolle des Antihelden zu, den der Zuschauer zunächst als Täter kennenlernt. Im weiteren Verlauf des Films werden die verschiedenen Facetten seiner Persönlichkeit aufgezeigt. Sie zeigen ihn als hoffnungslosen, entmannten Gefangen des Systems. Seine gewalttätigen Ausbrüche können so als verzweifelte Versuche des ‚Sich-Behauptens’ und das ‚Sich-Lebendig-machens’ verstanden werden. Zani ist dagegen als aktiver Gegenpart zu dem passiven Zamani zu verstehen, der sich gegen das System auflehnt, aber letztendlich erkennen muss, dass er der Hoffnungslosigkeit der Masse hilflos gegenübersteht.

Der Konflikt zwischen Zamani und Zani spiegelt so verschiedene Facetten des Kampfs – sowohl den Versuch das Apartheidsystem zu verändern als auch die Hilflosigkeit gegenüber diesem System.

Am Schluss des Filmes erlangt Zamani wieder ein Stück Menschlichkeit, indem er der Gewalt und Erniedrigung durch den Buren als vermeintlich ‚Verrückter’ eine Fratze zeigt.

Die Frau in der Gesellschaft

Der Film beginnt, indem er Frauen als Opfer von Gewalt zeigt. Mimi als Vergewaltigungsopfer, Nesphito als unterdrückte Ehefrau, die von ihrem Ehemann schikaniert wird. Der Film legt aber Stück für Stück die Stärken der Frauen offen, die gegen die Verrohung kämpfen, indem sie sich ihr Innerstes bewahren und innerhalb ihrer beschränkten Möglichkeiten den Widerstand üben. Im Fall von Nesphito bedeutet Widerstand, gegenüber ihrem Mann, und all dem was er repräsentiert, zu bestehen. Im Fall von Mimis Mutter bedeutet Widerstand, dass sie Zamani jegliche Gefühlsregung verweigert, weil sie ihn als verroht ansieht und es als sinnlos erachtet, ihm Aggressivität entgegenzubringen.

Die Frauen im Film symbolisieren den Erhalt der sozialen Gefüge. So unterstützt die Frauengruppe die Vorbereitung zur Hochzeit eines ihrer Mitglieder. Und die Frauen unterstützen sich auch in besonderen Problemlagen, wie z.B. bei der angedeuteten Abtreibung von Mimi.

Nach dem Gesetz sind die Frauen im heutigen Südafrika zwar gleichberechtigt und in Regierungsämtern auch zahlenmäßig gut vertreten, aber sie werden auch weiterhin in vielerlei Hinsicht benachteiligt. Südafrika hat die höchste Vergewaltigungsrate weltweit und ist auch im Bereich häuslicher Gewalt Spitzenreiter. Dabei sind es die Frauen, die das wirtschaftliche Überleben ihrer Familie sichern, zusätzlich zur Familienarbeit und Pflege kranker Angehöriger.

Tiefgreifende Konsequenzen der Apartheid

Im Film wird aufgezeigt, dass die Apartheidgesetze die Bevölkerung nicht nur im alltäglichen Leben teilte, sondern der schwarzen Bevölkerung auch ihre traditionelle Identität raubte. Im Film fungiert der Dingaans Day z.B. als ein zentrales Datum. Es erinnert an die Schlacht vom Bood River am 16.12.1838, in der über 3000 Zulu Krieger durch eine zahlenmäßig weit kleinere Gruppe von Buren getötet wurden. Der 16.12. war jahrzehntelang offizieller Feiertag, in dem von Weißen regierten Südafrika. Die Schlacht am Blood River hat beträchtlich zur Mythisierung des Afrikaaner Volkes beigetragen und hat die Überzeugung eines Großteils der Afrikaaner geprägt, Gott habe ihren Sieg gewollt und damit auch ihre Vorherrschaft in Südafrika. Im Film ist der Tag Symbol für die Unterdrückung der Zulutradition und die Einfindung in die Position des Eroberten. Fools zeigt die Indoktrination der Schwarzen. Die Weißen werden als überlegene Rasse dargestellt. Es wird aufgezeigt, dass diese Beeinflussung alle Lebenslagen erfasst. Der Dingaans Day steht dafür, dass der schwarzen Bevölkerung die eigene Geschichte genommen wird und sie gezwungen werden, die burische Sichtweise der Dinge anzunehmen. Die Bevölkerung des Townships befindet sich in einem Prozess des Übergangs, in dem die traditionellen Werte nicht mehr funktionieren, aber auch noch keine neue Halt gebende gesellschaftliche Identität Orientierung bietet.

Der Regisseur Ramadan Suleman

Ramadan Suleman wurde 1955 in Durban, Südafrika geboren. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung am Centre for Research and Training in African Theatre. Neben der Leitung mehrerer Theaterstücke gründete er dann mit anderen das erste ‚schwarze’ Theater Südafrikas, das Dhlomo Theatre. Hier arbeitete er eng mit Bhekisizwe Peterson zusammen, mit dem zusammen er später das Drehbuch für "Fools" schrieb.
Danach studierte Suleman Film in Paris und an der London Film School. Nach mehreren Dokumentarfilmen für das Fernsehen drehte er den Kurzfilm „The Devil's Children“, der mehrere internationale Preise gewinnt. "Fools", der erste Spielfilm, wurde in Locarno mit dem Silbernen Leoparden ausgezeichnet

GLOSSAR

Afrikaaner: Als Afrikaaner (auch Buren oder Afrikaander) bezeichnen sich etwa seit Ende des 18. Jahrhunderts die Afrikaans sprechenden Einwohner Südafrikas und Namibias. Die Bezeichnung Buren leitet sich vom niederländischen Wort boer für Bauer her. Schwarze bezeichnen zuweilen alle Weißen in Südafrika, auch englischsprachige, als Buren. Rund zwei Drittel aller südafrikanischen Weißen sind Afrikaaner.

Afrikaans: eine der Amtssprachen in der Republik Südafrika, entwickelte sich aus niederländischen Dialekten des 17. Jahrhunderts mit wesentlichen Vereinfachungen durch die ursprünglich nicht die niederländische Sprache sprechenden Bevölkerungsteile.

Amandla: Das Wort „Amandla“ stammt aus der südafrikanischen Zulu-Sprache und bedeutet „Kraft,“ „Stärke“ oder „Energie.“ Amandla war während Jahrzehnten der Begriff für den Schrei nach Gerechtigkeit im ehemaligen Unrechtssystem Südafrikas.

ANC: African National Congress, 1912 als »South African Native National Congress« gegründete politische Bewegung in der Republik Südafrika, die seit 1923 unter der Bezeichnung ANC den Kampf der Schwarzafrikaner für ihre Gleichberechtigung organisierte; versuchte dies bis zu ihrem Verbot (1960), zuletzt unter A. Luthuli, gewaltlos durchzusetzen; danach formierte sich aus ihren Reihen eine militante Organisation (»Speer der Nation«) unter Nelson Mandela. Die Führung des 1960–1990 im Exil wirkenden ANC übernahm Oliver Tambo; nach der Zulassung des ANC als politische Partei (Februar 1990) ab 1991 Mandela. Die Verfassungsgespräche seit 1992 zwischen Regierung und ANC führten zu den ersten freien Wahlen im April 1994, bei denen der ANC 62,6 % der Stimmen erringen konnte. Im Mai desselben Jahres wurde Mandela zum Staatspräsidenten gewählt (Amtszeit bis 1999). Im Dezember 1997 übernahm T. Mbeki den Parteivorsitz (seit 1999 zugleich Staatspräsident). Bei den Parlamentswahlen 1999 verfehlte der ANC die Zweidrittelmehrheit um ein Mandat; bei den Wahlen 2004 errang der ANC knapp 70 Prozent der Stimmen und damit eine klare Zweidrittelmehrheit. Auf dem ANC-Parteitag im Dezember 2007 setzte sich bei den Wahlen zum neuen ANC-Präsidenten Jacob Zuma gegen Mbeki durch.

Apartheid: als Apartheid (Afrikaans, von apart „getrennt, einzel, besonders“) wurde die Rassentrennung in Südafrika bezeichnet.

Buren: siehe Afrikaaner

Dingaans Day: war während der Apartheids-Diktatur jahrzehntelang Feiertag zum Gedenken an die Schlacht vom Blood River am 16.12.1838, in der über 3.000 Zulu-Krieger durch ein Buren-Kommando von 470 Leuten getötet wurden.

Homelands: nach ethnischen Gesichtspunkten eingerichtete frühere Territorien in der Republik Südafrika, denen entsprechend den Passgesetzen des Systems der Apartheid alle Schwarzen angehörten, auch die die in den Townships arbeiteten. Das Gebiet eines Homelands war meist in zahlreiche, geografisch nicht zusammenhängende Landstücke zersplittert und wirtschaftlich so kaum lebensfähig.

Township: im ehemaligen Apartheidsystem der Republik Südafrika Wohnsiedlung der Schwarzen. Diese arbeiteten außerhalb der ihnen zugewiesenen Homelands, in Gebieten, die den Weißen vorbehalten waren. Die Townships lagen besonders am Rande großer Städte (u. a. Soweto bei Johannesburg).

Literaturhinweise

  • Geteiltes Land, Krieg und Frieden im südlichen Afrika; Weiss, Ruth, E.B.-Verlag, Hamburg 1997,
  • Hagemann, Albrecht: Kleine Geschichte Südafrikas, München 2001.
  • Morgenrath, B.; Wellmer G.: Deutsches Kapital am Kap. Kollaboration mit dem Apartheidsregime. Hamburg 2003.
  • Wahrheits- und Versöhnungskommission Südafrika: Das Schweigen gebrochen / "Out of the Shadows" Geschichte – Anhörungen – Perspektiven; Pauer-Studer, Herlinde (Hrsg.); Brandes & Apsel Verlag. Frankfurt/M. 2001
  • Zulu Love Letter, a screenplay by Bhekizizwe Peterson and Ramadan Suleman, Wits University Press, Johannesburg 2009

Medienhinweise

  • Die Farbe der Wahrheit – Südafrikas Suche nach Gerechtigkeit. Dobrivoie Kerpenisan und Clarissa Ruge, Deutschland 1998, 30 Min., Dokumentarfilm
    Katalog EZEF
  • Zulu Love Letter. Ramadan Suleman, Frankreich/Südafrika 2004, 100 Min., Spielfilm, OmU
    Katalog EZEF
  • Memories of Rain – Szenen aus dem Untergrund. Gisela Albrecht und Angela Mai, Deutschland, Südafrika 2005, 142 Min., Dokumentarfilm, OmU
    Katalog EZEF

Autorinnen: Silke Grunenberg / Katrin Straub
August 2009